Wie bewertet man Nachhaltigkeit?


Dr. Manfred Ziegler
CEO, Gründer und Gesellschafter
der conzima GmbH.

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Dass der Begriff Nachhaltigkeit längst seine ökologische Nische verlassen hat und erfolgreich Karriere in der Wirtschaft macht, ist kein Geheimnis. Kein Unternehmen kann es sich heute noch leisten, Investitionen zu tätigen und Innovationen zu präsentieren, ohne dabei nachhaltige Aspekte zu berücksichtigen: Die neue Maschinengeneration verbraucht bei der Produktion weniger Energie als der Vorgänger, bei der Herstellung benötigen Produkte weniger neue Ressourcen, weil sie – zumindest in Teilen – aus recyceltem Material bestehen und der Strom kommt von den Solarzellen auf dem Firmendach. Gesetze, Normen aber auch eine Änderung der gesellschaftlichen Werte treiben diesen Wandel voran.

Auch die Kapitalmärkte unterliegen in diesem Zuge einer Neujustierung, wie ich bereits umrissen habe. Immer häufiger legen Investoren ihre Gelder dort an, wo ESG-Kriterien Grundlage für eine Bewertung sind. Das Problem dabei: Umwelt (Enviroment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) lassen sich deutlich schwerer bewerten als klassische Risikodimensionen. Rating-Agenturen wie Moody’s, Fitch und S&P müssen allein das Risiko eines Zahlungsausfalls für einen potenziellen Kredit prüfen. Die dafür relevanten Kennzahlen lassen sich recht leicht ermitteln. Vielfach sind sie bereits den verpflichtenden Veröffentlichungen zu entnehmen, die Unternehmen regelmäßig publizieren. Doch wie lässt sich unternehmerisches Engagement im Bereich Umwelt ermitteln? Welchen Stellenwert hat eine Photovoltaikanlage oder die Umstellung der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität? Reichen hohe Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bereits aus, um als sozial zu gelten?

Bislang fällt es Agenturen, die solche ESG-Ratings erstellen, sichtlich schwer, valide Informationen in diesen Segmenten zu erhalten und diese dann zu gewichten. Aus diesem Grund weichen die Bewertungen desselben Unternehmens bei den verschiedenen Agenturen deutlich voneinander ab. Die Berichterstattung auf Basis der GRI-Standards hat sich in den vergangenen Jahren als ein hilfreiches Werkzeug etabliert, wenn es darum geht, das nachhaltige Agieren eines Unternehmens benutzerfreundlich darzustellen. Sie wird in den kommenden Jahren eine zentrale Grundlage für Nachhaltigkeits-Ratings darstellen.

Auch die Frage, was denn eine gute Unternehmensführung ist, lässt sich kaum aus den Bilanzen und üblichen jährlichen Geschäftsberichten entnehmen. Sicherlich ist darunter aber mehr zu verstehen, als in den meisten Compliance-Regeln und CSR-Leitlinien kodifiziert ist. Das Ambassador-Programm des Tübinger Weltethos-Instituts bietet hier meines Erachtens deutlich bessere Ansätze, wie sich gute Unternehmensführung in die Praxis umsetzen lässt, die sich dann in einem besseren ESG-Rating bemerkbar macht.

Ohne jeden Zweifel werden aus diesen und vergleichbaren Ansätzen in den kommenden Jahren Instrumente entstehen, mit denen sich korrelierende ESG-Ratings erstellen lassen. Sie werden die Anlage-Optionen in diesem Segment weiter beflügeln und damit das Fundament für den Wertwandel der Ökonomie weiter stützen.

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