Nachfolgeregelung
– je früher, desto besser!


Dr. Manfred Ziegler
CEO, Gründer und Gesellschafter
der conzima GmbH.

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Was passiert, wenn der Firmenchef geht? Nicht nur familiengeführte Unternehmen tun sich schwer, die Übergabe des leitenden Staffelstabs strategisch anzugehen. Doch es ist überaus wichtig, das Thema rechtzeitig anzugehen. Denn eine ungeregelte Nachfolgeregelung führt fast immer zu Turbulenzen – und kann die Existenz bedrohen.

Jedes Jahr müssen sich in Deutschland rund 80.000 Unternehmen mit einer Nachfolgeregelung aus Altersgründen beschäftigen. Erschreckend häufig verläuft diese sehr holprig. Gerade in familiengeführten Unternehmen tut man sich damit schwer. Doch gar nicht so selten gerät ein bis dahin gesundes Unternehmen in diesem Zuge in eine Existenzkrise. Das liegt meines Erachtens auch daran, dass die strategisch geregelte Übergabe an einen Nachfolger immer noch als ein Tabu gesehen wird. Die Gründe dafür sind vielfältig. „5 Jahre mehr gehen wohl noch!“, „Keiner kennt das Unternehmen so gut wie ich.“ Solche Aussagen sind in Familienunternehmen nicht unüblich. Vielleicht auch verständlich. Denn wer will schon an seinen eigenen Rückzug denken. Vor allem, wenn man das Unternehmen gegründet und dessen Erfolg bis dato maßgeblich beeinflusst hat. „Gibt es überhaupt einen Nachfolger, der das so gut macht wie ich?“

Eine Nachfolgeregelung braucht ihre Zeit

Trotz aller nachvollziehbaren Argumente, empfehle ich: Spätestens nach dem 55. Geburtstag sollte die Unternehmensspitze das unangenehme Thema auf ihre eigene Agenda nehmen und sich Gedanken zu einer Strategie zur Nachfolgeregelung machen. Denn ein gelungener Übergabeprozess braucht seine Zeit. Drei bis fünf Jahre sind meiner Beobachtung nach nicht unüblich – je nachdem, wie groß und komplex das Unternehmen ist. Und die Vorbereitungszeit ist hier nicht einmal mit eingerechnet. Denn schließlich geht es um weit mehr, als eine Person zu finden, die das Lebenswerk weiterführt. So muss der potentielle Nachfolger im Idealfall das Wohlwollen der gesamten Führungsriege genießen. Das bedeutet, den Auswahlprozess transparent auf ein breites Fundament zu stellen und dabei möglicherweise viel Überzeugungsarbeit leisten. Auch die Einarbeitung des Nachfolgers in alle internen Prozesse geht nicht von heute auf morgen. Vor allem bei einer familieninternen Unternehmensübergabe gilt es, erbschaftssteuerrechtliche Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren, um eine möglichst Finanzen schonende Übergabe zu ermöglichen.

"Spätestens nach dem 55. Geburtstag sollte die Unternehmensspitze das unangenehme Thema auf ihre eigene Agenda nehmen und sich Gedanken zu einer Strategie zur Nachfolgeregelung machen. Denn ein gelungener Übergabeprozess braucht seine Zeit. "
– Dr. Manfred Ziegler
Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer der Conzima GmbH

Zeit benötigt auch ein nicht zu unterschätzender emotionaler Aspekt: Loslassen ist eben nicht einfach. Für einen Großteil der Unternehmer ist es zwar die wünschenswerteste Art der Nachfolge, das Lebenswerk an den eigenen Nachwuchs weiterzugeben. Doch selbst dann fällt es schwer, die gewohnte Verantwortung abzutreten und dem Nachwuchs Freiraum zur Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts zu lassen. Auch dies spricht dafür, möglichst früh eine Übergabestrategie zu entwickeln und so einen gleitenden Wechsel ohne Reibungsverluste zu ermöglichen.

Bedrohtes Lebenswerk

Und noch eines will ich zu bedenken geben: Fehlt die Vorsorge, können Unfall, Krankheit oder Tod selbst ein bis dahin gesundes Unternehmen unvermittelt in eine existenzielle Krise stoßen und ein Lebenswerk zerstören. Der Fall von Karl-Erivan Haub ist nur ein Beispiel von vielen: Der Chef der Tengelmann-Gruppe verschwand im April 2018 auf einer Ski-Tour in den Alpen spurlos. Seine Nachfolge hatte der Firmenpatriarch nicht eindeutig geregelt. Zwischen den verschiedenen Zweigen der Familie entbrannte ein mehrjähriger Streit. Zwischenzeitlich war gar von einer Zerschlagung der Unternehmensgruppe die Rede. Die Lehre daraus: Auch und gerade in solchen Ausnahmesituationen sollte die verbliebene Führungsriege nicht überhastet eine neue Leitung installieren. In vielen Fällen ist es sinnvoller, eine Übergangslösung zur Überbrückung dieser Vakanz zu suchen. Mit anderen Worten: ein Interimsmanagement. Mit unserer umfassenden Erfahrung haben wir bei conzima bereits zahlreichen Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen das reibungslose Agieren während dieser Phase ermöglicht. Unser Know-how hat dafür gesorgt, dass dabei alle geplanten Vorhaben und Projekte umgesetzt werden können.

Fazit

Nachfolgeregelungen müssen frühzeitig angegangen werden. Je exakter der Übergang definiert ist, desto reibungsloser funktioniert er. Im Idealfall lassen sich mit der Übergabe sogar neue Impulse und Wachstumschancen setzen. Sind keine Regelungen getroffen, ist es häufig sinnvoll, dass eine externe Übergangslösung gesucht wird, die Zeit und Luft schafft, um eine neue Unternehmensleitung zu suchen und aufzubauen.

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